Hintergründe zum Fund von nicht zugelassenem gentechnisch verändertem Weizen

8.6.2013 Auf einem Acker im US-Bundesstaat Oregon wurde vor Kurzem eine nicht zugelassene Linie von gentechnisch verändertem Weizen gefunden. Über die Ursache für das Auftreten der transgenen Weizenpflanzen besteht derzeit noch große Unklarheit. Der Weizen MON71800 wurde in den 1990er-Jahren von dem US-Unternehmen Monsanto entwickelt, die Firma stoppte die angestrebte Vermarktung jedoch im Jahr 2004. Die Weizenpflanzen enthalten ein Fremdgen (cp4epsps), das sie widerstandsfähig gegen Totalherbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat macht.

EU-Kommission will Gentechnik-Mais SmartStax zulassen

Der Mais von Monsanto produziert sechs verschiedene Insektengifte

Montag, 3. June 2013
München/Brüssel

Die EU-Kommission und die Repräsentanten der EU-Mitgliedsländer wollen am 10. Juni über die Zulassung von SmartStax, einem gentechnisch veränderten Mais für Futter- und Lebensmittel, beraten und werden voraussichtlich auch darüber abstimmen. Der gentechnisch veränderte Mais SmartStax der Firmen Monsanto und Dow AgroSciences produziert sechs verschiedene Insektengifte und ist gegenüber zwei Unkrautvernichtungsmitteln resistent. SmartStax wurde 2010 von der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA positiv bewertet, obwohl die Dossiers der Industrie erhebliche Mängel aufweisen. So wurden Kombinationswirkungen der Toxine und der Spritzmittelrückstände nicht untersucht. Der Mais ist bislang nicht zugelassen. Testbiotech hatte im Dezember 2012 darauf aufmerksam gemacht, dass der Mais dennoch vermutlich illegal auf den EU-Markt gelangt. Statt die illegalen Importe zu stoppen, will die Kommission jetzt offensichtlich die Flucht nach vorn antreten und den Mais legalisieren.

EU-Ombudsmann: EFSA versagt bei Interessenkonflikten

EU-Lebensmittelbehörde beim Kampf gegen „revolving doors“ nicht konsequent

Mittwoch, 29. May 2013
Brüssel/München

Der EU-Ombudsmann (Europäischer Bürgerbeauftragte) stellt in einem Urteil vom 23. Mai fest, dass die EFSA (European Food Safety Authority) bisher keine angemessenen Maßnahmen gegen Interessenkonflikte ergriffen hat, die durch sogenannte revolving doors („Drehtür-Effekt“) entstehen können. Nach dem Urteil des Ombudsmanns hat die EFSA es in einem wichtigen Fall nicht geschafft, ihre bisherigen Fehler aufzuarbeiten und ausreichende Mechanismen zur Erfassung möglicher Interessenkonflikte vorzusehen. Dies geht aus dem abschließenden Urteil des EU-Ombudsmanns zum Fall Suzy Renckens hervor.

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